Der etwas ruhige Reisebericht zu Berlin – mit Kajak, Zelt und Kind und einer selbst zusammengestellten Paddeltour in Berlin-Brandenburg geht das ganz leicht.
Menschen, die wie ich ticken, riechen bei dem Gedanken an Berlin schon die Abgase. Uns dröhnt der Kopf, wenn wir an den hupenden Verkehr denken.
Wie plane ich als Camping-Naturliebhaberin einen Trip nach Berlin, der kindgerechte Erlebnisse bereithält und meinen Durst nach Grün und Wasserwandern stillt?
In der Umsetzung konnte ich diese Wünsche erstaunlich unkompliziert erfüllen. Und so haben meine 11-jährige Tochter und ich 5 Tage „Paddeltour Berlin-Brandenburg individuell“ daraus gemacht. Wer beim Berliner Umland bisher – wie ich – nicht an freilebende Biber, Eisvögel und Schildkröten denkt, sollte die Hauptstadt in den nächsten Familien-Reiseplänen berücksichtigen.
Hard Facts
Wo: Müggelspree, Dameritzsee, Flakensee und Abstecher über die Löcknitz zum Werlsee
Dauer: Als 3-Tages-Tour beworben, haben wir 5 Tage daraus gemacht plus 1 Berlintag
Routenlänge: 33 km + 12 km Abstecher
Tourenstil: familienfreundlich und für Anfänger geeignet, zeitlich und längenmäßig flexibel anpassbar
Besonderheiten:
Natur pur: mit verschiedenen Tieren im und am Wasser
aufregend: Wildcampen auf Biwak-Rastplätzen und Natur-Campingplätzen
angebunden: direkte Zug-Anbindung an Berlin für autofreie Reisefans
Fazit: Schöne Wochenend-Tour direkt vor den Toren Berlins, die sich bis zu einem ganzen Familienurlaub verlängern lässt.
Paddeln in Berlin und Berliner Umland: Reiseablauf
Tag 1: Anreise und Einpaddeln KanuSport-Station Hangelsberg mit Zeltwiese und Bootsverleih
Tag 2: KanuSport-Station – Biwak-Wasserwanderer-Rastplatz bei Neu Hartmannsdorf: 10 km
Tag 3: Biwak-Wasserwanderer-Rastplatz – auf der Müggelspree zum Campingplatz Jägerbude bei Berlin: 10 km
Tag 4: Campingplatz Jägerbude – auf dem Dämeritzsee zum Campingplatz Flakensee bei Berlin in Woltersdorf: 13 km
Tag 5: Campingplatz Flakensee – Tagestour über die Löcknitz zum Werlsee mit seiner verlassenen Insel: 13 km
Tag 6: Campingplatz Flakensee – wir machen Berlin zu Fuß unsicher, Auto holen, Vorbereitung Abreise am nächsten Tag
Meine Tochter und ich hatten genau eine Woche im September Zeit. Die warmen Tage wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen. Also hieß es: Zelte und Boote raus – hallo Wasser, wir kommen!
Nach kurzer Recherche haben wir uns für die Gegend um die Stadt Erkner in Brandenburg entschieden. Der Landkreis Oder-Spree mit den Flüssen Löcknitz und Müggelspree lockt mit vielen tollen Badeseen. Genau richtig für ein 11-jähriges Kind im Sommer. Außerdem liegen die Campingplätze in dieser Region am Wasser und sind auf Bootstourismus eingestellt. Das heißt, wir können unsere Kajaks einfach am Ufer liegen lassen. Meist befindet sich die Zeltwiese für Wasserwandernde direkt daneben. So haben wir immer alles beisammen.
Der märchenhaft naturbelassene Müggelspree-Abschnitt zwischen Fürstenwalde und der Einmündung in den Dämeritzsee bei Erkner ist die perfekte Strecke, um vom Alltagsstress runterzukommen und als Bootsteam einzupaddeln. Auf dem insgesamt 30 Kilometer langen ruhigen Fluss lässt sich Brandenburg entlang dichter Wälder von einer seiner schönsten Seiten kennenlernen.
Anmerkung Redaktion: ggf als Infobox die folgende Aufzählung
Der Fluss eignet sich besonders für Paddelanfänger und Familien, weil
– nur eine leichte Strömung flussabwärts existiert, die auch von Kindern zu händeln ist.
– der Flussabschnitt durchgängig zu befahren ist, demnach keine Schleusung oder Bootsumtrage notwendig sind.
– es einen natürlichen Flussverlauf gibt, der die Paddeltour naturnah und ursprünglich macht.
– keine Motorboote auf dem Wasser stören, weil für sie ein Befahrungsverbot besteht.
Diese Wasserstrecke hat noch mehr zu bieten! Wilde Natur, überraschende Tierarten, verträumte Ortschaften, tolle und saubere Bademöglichkeiten an Strandbädern und in verborgenden Buchten. Zusatzvorteil: die Nähe zu Berlin. Je nach Lust und Laune auf Wasser und Paddeln kann immer ein Tagesausflug in die Großstadt dazwischen geplant werden.






Ab aufs Wasser mit Zelt und Proviant im Kajak
Tag 1: Anreise und Einpaddeln auf dem Zeltplatz der KanuSport-Station Hangelsberg an der Müggelspree
Nach einer Reisetortour quer durchs Land kommen wir am Nachmittag bei der KanuStation in Hangelsberg an. Die erste Nacht verbringen wir direkt hier, kommen auch mental an, checken unser Camping-Equipment, machen die letzten Besorgungen für die nächsten Tage auf dem Wasser und paddeln uns ein wenig ein.
Wir steuern mit unseren beiden Kajaks Fürstenwalde an. Damit bewegen wir uns zwar flussaufwärts, doch die schwache Strömung der Müggelspree verzeiht unseren Wagemut. Paddelstopps erscheinen von ganz allein. Das können der Spielplatz direkt am Wasser sein, der ganz laut nach meiner Tochter ruft, oder bizarr geformte Bäume, deren gesamte Erscheinung uns mit Rätseln zurücklässt.
Die KanuStation hat ihre Zeltwiese auf kleinen Terrassen mit Blick auf die Müggelspree und ihre Wiesen und Wälder angelegt. Der Sonnenuntergang wirkt märchenhaft und schürt unsere Vorfreude. Wer ohne Boot ankommt, leiht sich einfach die Ausrüstung bei der KanuStation, manche kaufen sie sich direkt.
Das Einpaddeln vor dem Reisestart bringt nicht nur den Körper in Fahrt. Kleine Ungemütlichkeiten lassen sich so noch vor dem Start optimieren. Dieses Mal bekommt meine Tochter ein größeres Paddel gestellt. Aus ihrem scheint sie nun rausgewachsen. Gut, dass wir das vorher festgestellt haben!
Das Paddeln ist vorbereitet. Während wir unser abendliches Curry kochen, prüfen wir unsere täglichen Essensrationen und den Wasservorrat für die kommenden Tage. Im Gespräch mit weiteren Kanuten erfahren wir von einer nahe gelegenen Biwakstelle, auf der wildes Campieren erlaubt ist. So schnell kann also ein weiterer Reisetag dazukommen!
Zufrieden mit den ersten Eindrücken vom Anreisetag bauen wir unser Zelt auf. Beide spüren wir richtig große Lust auf den nächsten Morgen.
Tag 2: Von der KanuSport-Station Hangelsberg an der Müggelspree zum Biwak-Wasserwanderer-Rastplatz bei Neu Hartmannsdorf – Entfernung 10 km
Nach einem sehr, sehr leckeren Frühstück bei der KanuSport-Station starten wir in den Tag. Mit neuen Ideen zum Wildcamping im Kopf besorgen wir drei zusätzliche Liter Wasser. Den nächsten Einkauf können wir erst wieder am Ende unserer Wasserreise in Erkner machen. Bis dahin sollten wir gut geplant haben.
Weil sich unsere erste Tagestour bis zur wilden Campingstelle nun um viele Wasserkilometer bis auf nur zehn Kilometer Gesamtstrecke verkürzt hat, haben wir keine Eile und nutzen ausgiebig die Badestelle der KanuSport-Station bevor wir uns in die nun voll beladenen Boote setzen.
Wieder begrüßt uns die Müggelspree, doch dieses Mal paddeln wir flussabwärts. Lange sehen wir keine Häuser. Nur Wiesen und sumpfähnliche Gebiete. Wir treffen auf wenige Kajaks, September scheint Off-Season zu sein.
Ich liebe die Stille beim Paddeln. Sie lädt zum Beobachten und Wahrnehmen ein. So sehen wir auch eine stockähnliche Erscheinung, die auf dem Wasser hin- und herwiegt. Noch ist uns völlig unklar, was das sein könnte, doch unsere Geduld wird letztlich belohnt. Der vermeintliche Stock enttarnt sich als Schildkröte, die gemütlich ans Ufer krabbelt.
Als wir an eine traumhafte Stelle heranpaddeln, wissen wir: Das ist unsere wilde Campingstelle für diese Nacht. Ein Blick auf die Wasserkarte bestätigte diesen Eindruck. Wir ziehen die Boote aus dem Wasser und werden von einer großen, satten Wiese begrenzt von hohen Bäumen und dichten Hecken begrüßt, die schon auf uns zwei gewartet haben. Hier sind wir ganz allein für diese Nacht.
Wir kochen ein einfaches Essen und bauen schnell das Zelt auf. Dann haben wir mehr Zeit fürs Dasitzen und können unseren Blick über diese Idylle schweifen lassen oder den Nutrias beim Spielten im Wasser zusehen. Legales Wild-Campen ist so selten und einfach ein Traum. Gleichzeitig schenke ich meiner Tochter etwas Gelassenheit, was Campen in der Natur angeht.
Tag 3: Biwak-Wasserwanderer-Rastplatz bis Campingplatz Jägerbude in Grünheide bei Berlin – Entfernung 10 km
Nach einem nächtlichen Gewitter scheint am Morgen die Sonne. So macht Frühstücken gleich viel mehr Spaß. Dabei erkläre ich meiner Tochter, dass wir an diesen Naturorten ohne Seife auskommen. Teller und Tassen spülen wir im Flusswasser, mehr nicht. Bestätigt wird diese Naturlektion von den Rehen, die wohl gerade am Fluss getrunken haben und durch unsere Bewegungen oder Geräusche weghuschen.
Dann gehts mit den Kajaks weiter. Auch heute wird es eine recht kurze Etappe, weil wir ja aus einer geplanten Tagestour zwei gemacht haben. Also haben wir viel Zeit, uns treiben zu lassen. Die Strömung nimmt uns sanft entlang der Wiesen, Schilf und Blumen mit. Ornithologen hätten ihre Freude am Gezwitscher in diesem wilden Flussabschnitt.
Zwischendurch steigen wir an gut zu erreichenden Uferstellen aus. Beim Beinevertreten entdecken wir unser Abendessen: Hallimasch. Die Pilze bereiten wir auf der Zeltwiese für Wasserwanderer vom Campingplatz Jägerbude zu. Kajaks, Zelt und Essen – wie gewohnt alles nahe beieinander und direkt am Wasser.
Wohin soll es morgen gehen? Wir müssen uns entscheiden, ob wir Richtung Krossinsee zum Campingplatz Berlin oder zum Flakensee paddeln. Unsere Ideen für den nächsten Tag formen sich nach einigen Gesprächen mit anderen Camping-Freunden und wir entscheiden uns für den Campingplatz am Flakensee. Der Platz habe einen traumhaft großen Sandstrand für Kinder und die Löcknitz dahinter sei wundervoll. Für unseren geplanten Trip nach Berlin ist der Flakensee auch eine super Ausgangslage mit seiner Anbindung an die Berliner S-Bahn.
Tag 4: Vom Campingplatz Jägerbude zum Campingplatz Flakensee bei Berlin in Woltersdorf – Entfernung 10 km
Wieder meint es die Sonne am Morgen gut mit uns und wir können alles schnell und trocken in die Boote verstauen. Heute verlassen wir die am Ende dunkler werdende Müggelspree mit seinen romantischen Gartenhäusern am Rand und überqueren den Dämeritzsee. Auf diesem See sind viele Motorboote unterwegs und es herrscht reger Schiffverkehr. Auf der anderen Seite mündet der See in einem engen Kanal zum Flakensee.
Ich schau mir alles noch einmal genau auf der Karte an und erkläre meiner Tochter, wo wir entlangpaddeln: immer am Rand bleiben, bei spontan von Booten ausgelösten Wellengang die Kajas parallel aneinander und aktiv gegen die Welle stellen, aufrechte aber lockere Körperhaltung und viel Achtsamkeit.
Wir machen das nicht zum ersten Mal und unsere leichte Aufregung bestätigt sich beim Übergang von der gemütlichen Müggelspree auf den offenen See. Viele Boote. Motorboote, Dampferboote, Ausflugsboote, Hausboote. Unsere Erfahrung auf dem Wasser beruhigt uns. Falls wir kentern, schwimmen wir ans nahe Ufer. Das habe ich mit meiner Tochter schon oft geübt und dieses Wissen gibt mir Sicherheit.
Die Überquerung des Dämeritzsees verlieft ohne Pannen, aber mit viel Krafteinsatz. Zur Belohnung und zum Kräftetanken gönnen wir uns eine Eispause im Stadtcafé von Erkner. Die Boote machen wir an der öffentlichen Anlegestelle rechts kurz vor dem Eingang zum Kanal fest und laufen mit den Paddeln los.
Der darauffolgende Engelkanal macht seinem Namen keine Ehre. Er wird tatsächlich zu unserer nächsten Herausforderung. Der Kanal ist so eng, dass wir uns bei starkem Wellengang nicht parallel stellen können, um die Boote zu stabilisieren. Jede von uns paddelt nun für sich allein. Meine Tochter paddelt mir voraus.
Zum Glück ist der Engelkanal nur einen Kilometer lang und der Abschnitt ist schnell vorüber. Alles wirkt komplett anders als die Tage zuvor. Wir kommen auf dem offenen Flakensee an. Zum Glück halten die Ankündigungen der anderen Camper ihr Versprechen. Ein entspannter Naturcampingplatz erwartet uns wieder an diesem See. Schräg gegenüber vom Kanalausgang wartet unserer Stellplatz für diese Nacht. Das sagt uns die Wasserwanderkarte, denn sehen können wir nur den goldigen Sandstrand, nicht jedoch den Campingplatz rechts daneben. Während wir am Ufer entlangpaddeln, erscheinen zwischen den vielen Bäumen die ersten Zelte und Wohnwägen, sandige kleine Buchten mit flachem Eingang und das Tor im Zaun, wo wir unsere Boote hindurchschieben können. Wer unsicher ist, kann den Campingplatz vorher anrufen und sich den Weg beschreiben lassen.
Nach diesem spannenden Tag haben wir keine Lust zu kochen. Hallo Strandkiosk! Im Gespräch erfahren wir von weiteren Paddelzielen und Naturcampingplätzen: Hölzener See, Schmöldesee und Motzener See[1] , die alle verbunden sind durch Wasserstraßen und die wir uns sofort als nächste Kajak-Zelt-Abenteuerziele abspeichern.
Tag 5: Auspaddeln entlang des Löcknitzkanals zum Werlsee und zurück ohne Wechsel des Campingplatzes – Entfernung 13 km
Während des Müsli-Frühstücks, wo wir endlich wieder frisches Obst reinmachen können dank unseres Einkaufes in Erkner gestern, wägen wir ab: Weiterpaddeln oder Berlin unsicher machen. Der Münzwurf entscheidet sich für heute Paddeln und morgen Hauptstadt. Dieser Campingplatz mit Blick auf den See darf für weitere zwei Nächte unser zu Hause sein. Wir wollen die Löcknitz entlangpaddeln. Richtung Werlsee. Darin soll eine einsame Insel mit dem Namen Liebesinsel liegen – unsere Neugier ist geweckt!
Am letzten Paddeltag werden wir noch einmal richtig belohnt. Ein Eisvogel! Mitten auf der Löcknitz! Wahnsinn! Wir paddeln weiter und erreichen den offenen Werlsee mit seiner einsamen Liebesinsel. Kleine Buchten zum Baden, einsame Strände für ein Picknick und eine verlassene Ferienfreizeitanlage mit Haus- und Spielplatzruinen – wir sind mitten in einem etwas schaurigem Entdecker-Abenteuer. Sind wir wirklich allein?
Auf dem Rückweg wechseln wir in einen schmalen, parallellaufenden Seitenarm der Löcknitz gleich links nach der Ortschaft Fangschleuse. Auf einmal befinden wir uns in Kanada. Die Natur – so wild, dicht und fast stumm, der Wasserweg komplett grün blühend, naturbelassen, einsam und verkrautet, so dass unsere Paddel mehrfach stecken bleiben. Das Zurückkommen auf die motorbootbefahrenen Wasserstraßen und Seen gleicht einem Kulturschock. Auch wenn wir nur eine Stunde abseits des Trubels in der Natur unterwegs waren.
Wir kommen spät am Abend zum Campingplatz zurück. Der Ort ist uns schon vertraut. In der Abendstimmung verhält sich der Flakensee komplett ruhig und wir genießen einfach noch eine halbe Stunde auf dem Wasser herumtreibend.
Während sich unsere Snacks ihren Weg in den Magen bahnen, planen wir unser Großstadtabenteuer für den nächsten Tag. Mit der Regionalbahn geht es von Erkner in 30 Minuten und mit der Berliner S-Bahn in 45 Minuten zum Alexanderplatz von Big Berlin.
Tag 6: Berlin per Bahn, Auto vom Startpunkt unserer Paddeltour holen und dritte Nacht auf dem Campingplatz Flakensee
Am letzten Tag statten wir Berlin einen Besuch ab: Fernsehturm am Alexanderplatz, Naturkundemuseum und Berliner Mauer. Durch die unkomplizierte Anfahrt per Bahn bleiben uns schon einmal der chaotische Verkehr und die Parkplatzsuche erspart. Einen Tag lang die Highlights der Stadt bestaunen … klappt für mich unglaublich gut, wenn ich am Abend ins Grüne zurückzukehren kann.
Nach einem Tag mit müden Füßen fahren wir direkt mit der Bahn zur KanuSport-Station Hangelsberg und holen das Auto. Wir freuen uns schon auf die letzte Nacht auf dem Campingplatz Flakensee bei Erkner, auch wenn die Sonne schon längst untergegangen ist.
Die Mischung aus Natur und Großstadt-Feeling hat uns sehr gefallen und wir fragen uns schon, welche Stadt uns diese Kombination wohl noch bieten kann? Oder ob wir nächste Mal die Müggelberge-Umrundung per Boot machen und die anderen Berlin-Highlights uns anschauen.
Das sind die Zeltkinder. Das ist Ivonne Wolter
Die Zeltkinder bilden ein Netzwerk, das Familien darin unterstützt, unvergessliche Zelt-Urlaube zu erleben. Herzstück für den Austausch von wertvollen Tipps ist die Facebook-Gruppe https://www.facebook.com/groups/zeltkinder/ . Auf www.zeltkinder.de erhalten Zelt-Fans wertvolle Tipps.
Ivonne Wolter ist die Gründerin der Zeltkinder und in Stichpunkten zusammengefasst: Patchwork-Familie-Mama mit vier Kindern, Zelt-süchtig, Barfuß-Liebhaberin und Wasser-Wanderin, Gründerin der Zeltkinder
Weitere Infos zu den Berlin-Brandenburger Gewässern
Tourenbesonderheiten
Flexible und vor allem einfache Touren mit viel Abwechslung für Groß und Klein vor den Toren Berlins. Es gibt kaum Schleusen oder Hindernisse zum Umtragen. Lediglich die Motorboote auf den großen Seen und engeren Flüssen verlangen besondere Vorsicht.
Die Wasserwanderwege sind manchmal sehr enge Flüsse mit tierreichem Naturufer oder große und stark befahrene Seen mit Berliner Vorort-Villen oder kleinen Gartenlauben am Ufer.
Landschaftliche Besonderheiten
Abwechslungsreiche Natur von wildem Baumwuchs bis zivilisierte Gärten, mit facettenreicher Tierwelt und Wasserpflanzen zum Bestaunen.
Ideale Paddelzeit mit Camping
Die Gewässer sind ganzjährig befahrbar, jedoch macht das Paddeln mit Camping und Baden in den warmen Sommermonaten am meisten Spaß. Idealerweise fahrt ihr unter der Woche und überlasst den vielen Besuchern aus Berlin die Seen übers Wochenende.
Anreise
Neben der Anreise im Auto erreichen die öffentlichen Verkehrsmittel die Einstiegsstellen für die Boote in Erkner und Hangelsberg in Grünheide sehr bequem. Nach Erkner fährt die S-Bahn, nach Hangelsberg ist es der Regionalexpress aus Berlin. Er fährt stündlich und kurzweilige 40 Minuten bis Berlin-Mitte.
Es gibt viele Busverbindungen. Hiesige Taxis sind auf die Bootsmitnahme spezialisiert.
Camping-Übernachtungen
Viele Campingplätze befinden sich direkt am Wasser. Private und zugelassene öffentliche Stellplätze für Wasserwanderer sowie einige Biwak-Stellen überraschen mit schönen Plätzen zum Zeltaufschlagen.
Tipp: Als Kanute (Mitglied im deutschen Kanu-Verband) kann jeder in den Bootshäusern der regionalen Kanu-Clubs entlang der Paddelstrecke übernachten. Wir durften eine kurze Rast beim Kanu-Club in Erkner auch ohne Mitgliedschaft machen. Über die Website haben wir einen Kontakt bekommen und einfach mal nachgefragt. Noch mal herzlichen Dank an den KC Erkner.
Und ein letzter Tipp für die Späten: Einfach auf den Campingplätzen anrufen. Gerade bei später Ankunft ist es schön zu wissen, wo das Boot geparkt werden soll und wo das Zelt stehen darf.
Verpflegung und Einkehr
Besonders an den großen Seen locken einige Biergärten und See-Restaurants mit Duft nach frischem Kuchen oder Gegrilltem. Sie haben großzügige Bootsstege zum Festmachen der Kajaks. Die meisten Campingplätze bieten zumindest einen Imbiss, manche ein leckeres Frühstück.
Gefahren auf dem Wasser
Es gibt kaum Strömung auf den Flüssen und wenige Hindernisse im Wasser allgemein. Den Wind auf den großen Seen sollten vor allem Anfänger nicht unterschätzen. Auch den Verkehr mit Motorbooten und Ausflugsschiffen. Dann ist viel Umsicht und Rücksicht geboten sowie etwas Übung mit dem Wellengang.
Fazit: Wir wurden immer sehr herzlich begrüßt und ich hatte ausschließlich positive Erfahrung auf dieser Route. Meine Tochter wurde an vielen Rastorten von den Bewohnern stark verwöhnt. Vielleicht liegt diese besondere Gastfreundschaft an der Nebensaison. Im Gegensatz zu den Seen in Mecklenburg-Vorpommern ist diese Gegend nicht überlaufen.
Fazit
Berlin und Natur – an diese Kombination denken wohl nur wenige Menschen. Dabei ist die nächste Camping-Paddeltour nur 40 Minuten von Berlin-Mitte mit der Regionalbahn entfernt.
Paddeltouren in Berlin-Brandenburg lassen sich sehr flexibel gestalten. Von Eintagestouren bis Mehrtagestouren erhält jeder Zeitplan eine Antwort. Unsere Tour haben wir einfach von 3 auf 5 Tage erweitert.
Unsere Wasserwanderroute kann zeitlich beliebig verlängert und in verschiedene Richtungen entschieden werden: zum Möllensee und dem Naturcampingplatz Mölle Süd, zum Krossinsee mit dem Naturcampingplatz Berlin, zum Hölzernen See Campingplatz oder zum Campingplatz D66 Am Schmöldesee. Oder es lockt die Umrundung der Müggelberge mit Start am Dämeritzsee.
Wer denkt bei Berlin schon an Naturabenteuer im Boot und Sternennächste im Zelt? Im Fluss trinkende Rehe und sich sonnende Schildkröten lassen sich im Kajak sitzend überraschend gut beobachten.
– Werbung –
Endlich eine App, die zeltende Familien mit im Blick hat und familienfreundliche Stellplätze mittels Karten-, Listen und Filterfunktionen darstellt. Die Camping App von Jenny und Lukas hat dafür 45.000 Stellplätze in ganz Europa aufgeführt und wächst täglich. Dafür haben sie auch Lieblingsplätze und Tipps von Communitys eingesammelt sowie von Camping-Portalen (z.B. Nomady, VanSite oder Alpaca)
Du kannst dort auch die Tipps der Zeltkinder-Community auf einer aktuellen Kartenversion entdecken. Zudem ist die App auch Reiselogbuch und bietet dir mit zigtausenden Bewertungen Orientierung.


